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Stimmen zu
Führen und Leiten

Jährlich nehmen mehrere Hundert Hauptberufliche aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Pastoral und Verwaltung an den Kursformaten teil, um sich weiter zu qualifizieren. Sie kommen aus verschiedenen Diözesen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz und weiten gemeinsam ihren Horizont, entwickeln neue Kompetenzen, vertiefen ihr Wissen und finden im überdiözesanen und multiprofessionellen Miteinander Verbündete.

Lesen Sie hier einige Statements von begeisterten Teilnehmenden von Führen und Leiten in der Kirche:




"Mir hat Führen und Leiten in der Kirche dabei geholfen, in die Rolle des Abteilungsleiters hineinzuwachsen. Ich empfehle den Kurs allen Führungskräften im kirchlichen Dienst."

Christoph Glas

Leiter Personalabteilung Verwaltungspersonal Bistum Augsburg
Teilnehmer an Führen und Leiten in der Kirche




"Ich übernehme in Kürze eine neue Stelle und fühle mich durch diesen Lehrgang sehr gut auf meine Leitungstätigkeit vorbereitet. Ich kann diesen Lehrgang allen Führungskräften in der Kirche empfehlen.“

Andreas Vogelmeier

Militärdekan, Fürstenfeldbruck
Teilnehmer an Führen und Leiten in der Kirche




„Führen heißt: Leuchten durch andere!“
Drei Frauen in Führung im Gespräch über Führen und Leiten in der Kirche

Bitte klicken Sie hier, um das Interview anzuzeigen


Sie starteten im Herbst 2020 in der Weiterbildung „Führen und Leiten in der Kirche“ und waren sofort bereit für ein Gespräch. Frau Ordinariatsdirektorin Dr. Irina Kreusch, Leiterin der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung in der Diözese Speyer, Frau Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich, Leiterin der Hauptabteilung Personal im Bistum Speyer und Frau Angelika Ledvina, Leiterin des Kirchensteueramtes in Eichstätt.

Hinter ihnen liegt die erste Kurswoche, die das Thema Selfleadership in den Blick nahm.

Der zweite Teil des Wortes Führungskraft ist Kraft: Power, Energie, Lebendigkeit. Was gibt Ihnen Kraft bei Ihrem Führungshandeln?

Lambrich: Drei Dinge sind es. Mein persönlicher Gottglaube, mein tiefes Gottvertrauen. Meine Familie. Früher hieß es, hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine kluge Frau, die ihm den Rücken frei hält. Das gilt genauso umgekehrt. Meine Kinder erden mich. Die reißen mich aus dem Hamsterrad heraus und konfrontieren mich mit den ganz alltäglichen Dingen, die wichtig sind. Und dann natürlich auch die eigenen inneren Kraftquellen, die ich mir selber erarbeitet habe.

Ledvina: Da mag ich mich gerne anschließen. Das positive Feedback meiner Mitarbeitenden gibt mir Kraft und zeigt mir, dass ich doch nicht auf dem falschen Weg bin. Ganz wichtig ist mir mein Mann, der mich bestärkt. Mit ihm erlebe ich einen positiven Austausch. Und schließlich das Wissen, dass ich schon sehr schwierige Situationen in meinem Leben gemeistert habe. Da habe ich gelernt, dass da eine Kraft in mir ist, die mich Schlimmes überstehen lässt. Dann werde ich die Herausforderungen in der Kirche auch meistern.

Dr. Kreusch: Es ist ja schon alles gesagt worden! Gottvertrauen und Familie. Das ist es auch bei mir. Dazu noch ein großer Freundeskreis. Da sind viele dabei, die weniger kirchlich unterwegs sind. Die atheistisch Geprägten sind die herausforderndsten. Gerade die erinnern mich, wie wichtig es ist, mit ihnen ins Gespräch zu gehen. Da fällt mir eine Begebenheit ein. Letztes Mal fragte mich jemand, mit dem ich schon lange befreundet bin: „Wie, du zweifelst. Das hätte ich ja nie gedacht!“ Das fand ich spannend. Da merke ich, wie wertvoll solche Gespräche sind.

Zu guter Führung gehört gute Selbstführung. Da ist es wichtig, sich seiner Stärken bewusst zu sein. Welche Stärken helfen Ihnen denn bei Ihrer Führungsaufgabe?

Lambrich: Wenn ich an den Kurs zurückdenke, fallen mir jetzt spontan ein: Empathie, Disziplin, Organisationstalent, Klarheit und Zielgenauigkeit. Auf die kann ich mich verlassen. Da fühle ich mich sicher.

Dr. Kreusch: Diese Übung, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, war für mich ein Geschenk.Denn ich hatte Zeit, mich damit auseinander zu setzen. Meine Stärken sind meine Neugierde, mein Interesse vor allem an Menschen und ihren Geschichten. Dann bin ich eine große Optimistin. Dazu gehört auch Mut! Gerade den Mut hat man mir auch zurück gemeldet. Dabei habe ich entdeckt: mutig zu sein heißt ebenso: Mut machend zu sein. Außerdem empfinde ich es oft auch als Stärke, eine Frau zu sein.

Ledvina: Kreativität und der Mut, neue Wege zu gehen und gut zuzuhören. Ich zähle es auch zu meinen Stärken, dass ich meine Schwächen kenne. Ich neige eher zu Chaos und bin dann in der Arbeit ganz bewusst sehr ordentlich.

Spiritualität und Führung: Was klingt da bei Ihnen an?

Dr. Kreusch: Für mich ist Spiritualität die Quelle. Das muss der Unterschied sein. Gottvertrauen und Kraft schöpfen daraus. Spiritualität ist für mich auch ein Reflexionsmittel. Das habe ich aus der Woche ganz persönlich mitgenommen, mir bewusst mehr Zeit zu gönnen. Das Alltagsgebet in der Familie und in geprägten Zeiten stärkt mich. Gerade bei einem kirchlichen Arbeitgeber heißt Spiritualität: Ich stehe da ganz authentisch mit meinem Gesicht dafür ein. Das ist auch eine Herausforderung, weil es nicht nur meine Spiritualität betrifft, sondern die Gemeinschaft als größeres Ganzes.

Ledvina: Ich finde die Frage deshalb etwas schwierig, weil ich in meinem Alltag wenig Spiritualität spüre. Einkehrtag, ab und zu ein Mitarbeitergottesdienst. Das war es dann. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das nur ein Ritual ist, das abgehalten wird, weil es im Kalender steht. Es soll aber mit Herzblut gefüllt werden.

Lambrich: Meine Spiritualität betrachte ich teilweise als sehr persönlich, manchmal schon als was Intimes. Aber sie hat auch Seiten, die ich öffentlich lebe und zwar gerne. Es ist etwas Raumgebendes, Offenes. Mir persönlich ist auch wichtig, dass wir uns die Toleranz schenken. Die Achtung vor der Spiritualität der/des Anderen. Da geht es um das Eigene, das wir achten. Da dürfen wir uns nicht ausspielen.
Spiritualität ist für mich eine sehr große Kraftquelle. Ich war zum Beispiel im September auf Exerzitien. Diesen Termin habe ich mir ein Jahr frei gehalten. Das war so wichtig für mich und tat so gut. Rauskommen und neu auftanken. Sich Gott ganz auszusetzen, sich ihm hinzuhalten, zu fragen, wo bist du, wo steht du und wo geht es hin. Das möchte ich nicht missen. Diese Zeit muss einmal im Jahr drin sein. Im Alltag braucht es auch kleine Auszeiten. Das kann eine Heilige Messe sein, eine Gebetszeit, eine ruhige Stunde. Da schätze ich die Vielfalt.

Dr. Kreusch: Bei dieser Auszeit möchte ich mich gerne anschließen. Das ist doch für unseren Arbeitgeber Kirche eine Besonderheit, die ich sehr zu schätzen weiß und auch gerne Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit auf den Weg gebe, damit sie sich eine Woche Zeit für Exerzitien nehmen. Das ist ein wunderbares Geschenk. Auch für die Verwaltungskräfte. Dafür werbe ich ganz besonders.
Ich habe mir kürzlich Zeit genommen, um die letzte Etappe des Jakobswegs zu gehen. Besonders schön habe ich die Spiritualität in einer anderen Sprache empfunden. Den Pfingstgottesdienst am Rande der Pyrenäen in einer kleinen Gemeinde. Den Namen Gottes in den vielen Sprachen. Da bin ich fast den ganzen Tag geblieben. Ich habe das sehr schön gefunden und das würde ich gerne vielen anderen auch gönnen. Das macht uns ja als Kirche besonders, weil wir international sind. Egal, wo ich hinkomme, da kann ich als Christin an die Spiritualität anknüpfen.

Empowerment ist ein großes Wort bei leadership und meint, Menschen Raum zu geben, dass sie ihr Potenzial entfalten können. Wie gelingt es Ihnen, dass Ihre Mitarbeitenden stark werden und ihre Stärken voll einbringen können?

Dr. Kreusch: Wichtig ist mir, die Charismen der Mitarbeitenden zu sehen. Da schaue ich hin und frage, was sie mitbringen. Vielleicht ist da etwas Wertvolles, was wir in unseren bunten Reihen noch nicht haben.

Lambrich: Selbstverständlich führe ich Dienst- und Mitarbeitergespräche. Dabei frage ich ganz dezidiert nach der Meinung. Auch die, die in den Besprechungen gerade nicht so viel sagen. Ich gehe auf Leute zu, von denen ich weiß, dass sie sich schon Gedanken zu einem bestimmten Thema gemacht haben. Mir fällt in dem Zusammenhang ein Spruch ein, den ein Kollege vor kurzem erst gesagt hat. Führen heißt: Leuchten durch andere! Ich bin voller Stolz, Freude und Dankbarkeit, wenn meine Mitarbeitenden gute Präsentationen abliefern und dann auch gewürdigt werden. Da freue ich mich aus ganzem Herzen mit.

Ledvina: Mir ist wichtig, meine Mitarbeitenden zu fördern und zu fordern in ihrer eigenen Stärke. Wahrscheinlich war ich ein Kulturschock für sie als ich vor dreieinhalb Jahren kam, weil ich so ganz anders bin als mein Vorgänger. Ich habe zum Beispiel eingeführt, dass wir jedes Jahr ein zweitägiges Seminar machen etwa zu Gesprächsführung und Konflikten. Wir fragen, wie wir mit kritischen Themen umgehen - innerhalb unseres Teams, aber auch mit Blick auf die Kirchensteuerpflichtigen. Ich frage meine Mitarbeitenden auch regelmäßig nach ihren Wünschen hinsichtlich einer Weiterbildung und versuche, das dann auch wirklich möglich zu machen. Ich frage sie nach ihrer Meinung und es ist mir wichtig, wie es ihnen geht.

Lambrich: Ich ermuntere auch, Exerzitien zu machen. Ich schaue mir auch die Urlaube an und blicke auf die Überstunden. Da lebe ich Verantwortung und Fürsorgepflicht. „Nehmt eure Urlaube“, sage ich, denn die Mitarbeitenden sollen ja auch gesund bleiben und gerne motiviert arbeiten.

Was ist anders, wenn Frauen in Kirche Führungsverantwortung übernehmen? Wie erleben Sie das in Ihrem Umfeld?

Lambrich: Das ist eine Frage, die ich schwer finde. Ja es ist anders, wenn Frauen in einem höheren Gremium anwesend sind oder es sogar leiten. Es ist anders. Zugleich fällt es mir schwer, zu beschreiben, wie dieses Anders ist. Ich beobachte, dass Männer oft zurückhaltender sind. Auch in ihren Äußerungen. Und man wird kritisch beäugt. Was tut die? Ist die kompetent? Wie gibt sie sich? Wie kleidet sie sich? Was redet die da? Darf die das eigentlich? Das klingt mit. Männer, und auch Kleriker, sagen, dass es anders ist, wenn Frauen dabei sind und wenn Frauen in Führung sind. Aber auch sie können das nicht so richtig beschreiben. Veränderung braucht eben Zeit, genau wie eine Reflexion.

Ledvina: Ich glaube nicht, dass es da bei Kirche anders ist als anderswo. Frauen in Führungspositionen verändern. Egal wo. Ob es da was spezifisch Kirchliches gibt, weiß ich nicht. Ich habe zuerst in der Stadtverwaltung gearbeitet und dort ein Führungskräfteseminar mitgemacht: Wir waren zwei Frauen und 11 Männer. Wir Frauen wurden schnell auf das Äußere reduziert: Handtasche, Schmuck, Kleidung. Auf so was achtet bei den Männern niemand. Bei denen heißt es: „Der ist ein Fels in der Brandung. Mit dem würde ich gerne zusammenarbeiten!“ Merkmale, die tatsächlich mit Führung zu tun haben, während die Frauen zunächst nur nach ihrem Äußern beurteilt wurden.

Lambrich: Ich wollte noch ganz pragmatisch sagen: „Einfach tun!“ Bevor ich mir den Kopf zermartere ob Männer oder Frauen, sage ich: einfach tun. In dem Wissen, dass ich eine Frau bin und ich es tue als Frau. Damit bin ich bisher am besten gefahren.

Dürfen sich Frauen mehr zutrauen in Sachen Führung?

Lambrich: Wenn Frauen sich etwas zutrauen, in die Öffentlichkeit gehen und zupacken, dann wird ihnen genau das vorgeworfen, völlig unabhängig von Inhalt, Sache und Ausgang. Allein die Idee, dass Frau so was macht, gilt manchen ja schon als Ärgernis. Ich kann jede Frau verstehen, die zurückhaltender ist und nicht in eine Führungsposition will. Sicher hat da jede schon ihre Erfahrungen gemacht, wie es ist, sich etwas zu trauen und anders behandelt zu werden wie ein Mann. Bei einem Mann, da ist der Mut was Positives. Ja es gibt eine unterschiedliche Bewertung, die mich auch sehr ärgerlich macht. Ich sage gerne: Ihr Frauen, ja traut euch. Ich traue mich auch und trotzdem kann ich jede verstehen, die sagt, dass sie sich das jetzt nicht traut.

Ledvina: Wenn Frau sich traut und es klappt nicht, dann sind Kritik, Häme und Spott viel schlimmer als bei einem Mann. Lambrich: Oh ja, da haben Sie recht. Ledvina: Diese Angst ist dann eben auch lähmend.

Lambrich: Natürlich habe ich viele unschöne Erfahrungen gemacht. Kleine, mittlere, große. Mir war das schon früh klar, als ich mich entschieden habe, in dieser Kirche Pastoralreferentin zu werden. Ich habe mich auch oft darüber geärgert. Aber es macht auch stark.

Was erwarten Sie sich ganz persönlich von der Weiterbildung „Führen und Leiten in der Kirche“?

Lambrich: Ich bin in dem Kurs, wo ich die einzige Frau bin. Das stört mich nicht. Im Gegenteil. Es ist normal. Ich erlebe es seit fast 30 Jahren, seitdem ich im Beruf bin. Da habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich erwarte mir eine Reflexion meines Führungsverhaltens, brauchbare Tipps und Tools, die ich noch nicht kenne und ich freue mich sehr auf den Austausch und die Arbeit in der Gruppe. Ich erwarte von mir selbst, dass ich mich weiter entwickle.

Ledvina: Da ist ja kaum etwas dazu zu fügen. Ich empfinde diesen Kurs als unglaubliche Bereicherung. Schon die Vielfalt der Teilnehmenden. Ich hatte jetzt schon eineinhalb Tage Supervision, was noch einmal einen ganz anderen Blick gibt. Ich freue mich, mich noch einmal neu anzuschauen und durch die Reflexion der Anderen etwas aufzunehmen. Und ich hoffe, dass es mir gelingt, daran zu wachsen.

Vielen herzlichen Dank für dieses inspirierende und ermutigende Gespräch!

Die Fragen stellte Prof. Dr. Simone Rappel, Leiterin Fort- und Weiterbildung Freising



Dr. Irina Kreusch

Leiterin der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung in der Diözese Speyer

Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich

Leiterin der Hauptabteilung Personal im Bistum Speyer

Angelika Ledvina

Leiterin des Kirchensteueramtes in Eichstätt




Videotestimonial

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Oliver Fingerhut

Leiter der Diakonenausbildung im Bistum Freiburg
Teilnehmer an Führen und Leiten in der Kirche 2019/2020




Videotestimonial

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Anton Georg Steinmetz

geistlicher Beirat der KAB und Leiter der Betriebsseelsorge in Augsburg
Teilnehmer an Führen und Leiten in der Kirche 2019/2020